Die Chef-Werdung Teil 2: „Sie müssen kein mieser Chef sein, um erfolgreich zu arbeiten.“

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Sie haben den Blogbeitrag „7 Dinge, die Sie unbedingt tun sollten, um ein verdammt mieser Chef zu werden“ gelesen? Sie haben gedacht: „Harter Tobak!“? Dann lassen Sie uns das Thema doch jetzt mal von der ernsthafteren Seite angehen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und horchen Sie in sich hinein.

Welche der 7 vorgeschlagenen Tipps haben Sie so oder annähernd so schon einmal umgesetzt oder zumindest in Gedanken erwogen? Keine?
Das nehme ich Ihnen nicht ab!

Und wenn ich Sie weiter fragen würde: Wollen Sie so sein? Würden Sie dann antworten: „Niemals! So will doch kein Mensch sein! Das wäre der Horror für mich!“ Dann würde ich Ihnen entgegnen: Das ist wie mit der berühmten Vierbuchstaben-Zeitung: Keiner liest sie und dennoch hat sie eine enorm hohe Auflage. Menschen, die sich in Vorgesetztenfunktion so oder ähnlich verhalten, gibt es zuhauf.

Natürlich gehe ich davon aus, dass niemand morgens aufsteht und beschließt: Ab heute bin ich ein mieser Chef! Ein mieser Chef zu werden ist ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hinweg entwickelt, in den allerseltensten Fällen eine bewusste Entscheidung. Es ist das Resultat aus Überanstrengung, mangelnder Sorge für sich selbst und einer Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdbild.

Es gibt jedoch Anzeichen, die Ihnen zeigen, dass dieser Prozess bereits begonnen hat, die Sie als Führungskraft als Warnsignale ernstnehmen sollten, wenn es Ihnen wichtig ist, ein guter und somit respektierter Chef zu sein, zu bleiben oder wieder zu werden.

Beantworten Sie sich ehrlich die folgenden Fragen:

  • Es beschleicht Sie das Gefühl, im Hierarchiegefüge nicht genügend Akzeptanz zu spüren, ohne die Ellenbogen auszufahren?
  • Sie finden es sehr mühsam, das eigene Team zu motivieren?
  • Sie wissen von Konflikten in Ihrem Team, schauen aber lieber nicht so genau hin, nach dem Motto „das läuft sich zurecht“?
  • Es gab in letzter Zeit Vorfälle, bei denen Ihnen „die Gäule durchgingen“?
  • In letzter Zeit haben Sie den Eindruck, dass es Ihren Mitarbeitern am nötigen Respekt Ihnen gegenüber mangelt?
  • Sie haben manchmal den Eindruck, dass Ihre Mitarbeiter nicht ehrlich sind?
  • Zuhause wissen Sie nicht, wie der beste Freund oder der Deutschlehrer Ihres Kindes heißt?
  • Sie haben schon mal darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen?

Wenn Sie bei diesen Punkten mehrere mit „Stimmt!“ beantwortet haben, ist es an der Zeit, die eigene Rolle, das eigene Verständnis von sich als Chef auf den Prüfstand und sich selbst die eine oder andere Frage zu stellen.

Die gute Nachricht: Sie müssen kein mieser Chef sein, um von Mitarbeitern und Kollegen Respekt zu erfahren, erfolgreich ein Team zu führen oder vom Vorstand geschätzt zu werden.

Sie haben es selbst in der Hand, Ihre ersten persönlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen selbst auf den Weg zu bringen:

  1. Gönnen Sie sich regelmäßig kleine Auszeiten. Das muss nicht gleich der Luxustrip nach London sein. Ein bisschen Wandern im Watt, ein Tag ohne Pläne, dafür in Jogginghose oder ein spontanes Essen mit alten Freunden. Diese kleinen Auszeiten werden dafür sorgen, dass Sie zum Luftholen kommen, ihre Akkus aufladen.
  2. Schauen Sie, wie es mit Ihrer Selbstachtung aussieht. Sie ist die Grundlage für die Achtung gegenüber anderen und die Schwester des Respekts, den Sie sich von anderen wünschen.
  3. Sorgen Sie im Alltag für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Privatem und Beruflichem. Sorgen Sie in Ihrer Freizeit dafür, Energie zu tanken und abzuschalten, mit Dingen, die Ihnen persönlich Freude machen.
  4. Bringen Sie Familie und/oder PartnerIn die gleiche Wertschätzung entgegen, die Sie am Job von anderen erwarten.
  5. Und zuletzt: Suchen Sie sich einen wirklich neutralen „Sparringspartner“ für offene und ehrliche Gespräche. Eine ehrliche Reflexion und Verarbeitung Ihrer Verhaltensweisen und Erlebnisse wird Ihnen den Rücken stärken und Ihnen die nötige Energie geben, um eingefahrene Schienen zu verlassen und Neues auszuprobieren oder sich in den gewohnten Bahnen zumindest wieder wohler zu fühlen.

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