Warten Sie gerne? Nein? Ich inzwischen schon.

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Warten ist nicht einfach. Es macht uns unwirsch, schlecht gelaunt und unruhig. Aber warten müssen wir alle. Immer wieder.

 

Als ewiger Unruhgeist hab ich oft unter einem Umfeld der Langsamkeit gelitten. Immer war ich zu schnell und zu weit voraus, was mich höllisch nervte. Alles und jedes musste „Zack Zack“ gehen. Bis ich irgendwann merkte, dass ich das allseits bekannte Hamsterrad, in dem ich saß, ja selbst in Gang hielt. Nach dieser, von außen betrachtet, banalen Feststellung, brauchte ich noch viele Niederlagen bis ich begriffen hatte, dass ich mit dem Rennen aufhören muss, wenn ich nicht untergehen sondern ankommen will. Ich begann, die Kunst (für mich ist sie das!!!) der Langsamkeit und des Wartens zu lernen.

Zum Beispiel im Supermarkt, Freitagabend, 19:12 Uhr. Erste Lektion.

Die Oma da vorne zählt die Centstücke einzeln? Auf dem Artikel des Vordermanns lässt sich der Preis nicht scannen? WUNDERBAR! Einfach weiteratmen. Denn genau in diesen Momenten bekommen wir ein besonders wertvolles Geschenk: Zeit. Nur für mich. Für niemand sonst. Zeit, um meine Gedanken laufen zu lassen oder wieder zu ordnen, Menschen und vielleicht mich selbst zu beobachten oder Zeit zum Träumen, zum Pläne schmieden oder um längst fällige Entscheidungen zu treffen.

Ich übte (und übe noch!) in Staus, in Wartezimmern, an Bahnsteigen, beim Hochfahren meines Rechners oder dass die Waschmaschine endlich die letzten 3 Minuten hinter sich bringt. Immer dann, wenn mir das Warten, im Großen wie im Kleinen, begegnet. Warten als mein persönliches Geschenk.

Und so habe ich gelernt, selbst eine Wartezeit nicht als persönlichen Angriff oder verschwendete Lebenszeit, sondern als willkommene Bremse meines Hamsterrads zu begreifen und anzunehmen.

Wie geht es Ihnen mit Warten? Platzen Sie eher vor Ungeduld? Oder sind Sie eher gelassen?

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